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Peter Schuster

Peter Schuster wurde am 5. Oktober 1913 in der deutschen Gemeinde Sackelhausen im rumänischen Banat geboren. Sein Vater, Nikolaus Schuster, und seine Mutter, Katharina, geborene Müller, waren Kleinbauern in Sackelhausen, die ihr Gemüse und andere landwirtschaftliche Produkte oft in der Stadt verkauften. Sie hatten nebenbei auch noch einen kleinen Betrieb, wo Schafwolle zur Weiterverarbeitung aufbereitet wurde.

Der junge Peter besuchte die Volksschule in Sackelhausen und half daheim bei der Arbeit mit. Im Alter von dreizehn Jahren ging er in die Stadt in die Lehre, um Drechsler zu werden.

Die Stadt ist Temeschburg, 10 Kilometer östlich von Sackelhausen gelegen, die je nach dem politischen Klima der Zeit und der öfters wechselnden Staatszugehörigkeit der Gegend auf ungarisch als Temesvar und auf rumänisch als Timisoara bekannt war.

Im Mai 1938 heiratete er Margaretha Reinbold. Sie wohnten im Haus ihrer Eltern, Johann und Elisabeth Reinbold, geborene Schäfer. Er arbeitete weiterhin in der Stadt und sie daheim in der Wollaufbereitung, die sie von seinen Eltern erworben hatten. Im Sommer 1943 wurde er, wie so viele unserer Landsleute, zum Militärdienst ins Deutsche Heer eingezogen.

Durch Zufall war er gerade daheim auf Urlaub als im Herbst 1944 die Evakuierung aller Deutschen aus Sackelhausen angeordnet wurde und die Flucht begann. Wie die meisten unserer Leute, so wurde auch seine Familie in Hatzfeld in Viehwaggone verladen und in westlicher Richtung abtransportiert.

Als der Flüchtlingszug gerade auf dem Bahnhof von Veszprem in Ungarn stand, wurde der Bahnhof von Tieffliegern angegriffen. Der Lokomotivführer verließ eilends seinen Platz und den Zug, um Deckung zu suchen. Als Peter Schuster das sah, lief er nach vorne, kletterte auf die Lokomotive und fuhr den Zug aus dem Bahnhof.

Bevor seine Familie vorübergehend in Bayern Unterschlupf fand, mußte er wieder zu seiner Einheit zurück. In dem Durcheinander, das dem Kriegsende folgte, kehrte seine Frau mit einer Gruppe wieder nach Sackelhausen zurück. Als er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, wußte er zwar nicht, wohin er sollte, fand aber bei einem Bauern in Niederösterreich Arbeit. Dort wartete er ab, bis sich die Lage etwas klärte.

Seine Frau hatte inzwischen von anderen Leuten erfahren, daß ihr Mann angeblich in Österreich sein sollte. Bald machte sie sich mit einer kleineren Gruppe wieder auf den Weg, ging schwarz über die Grenzen und kam schließlich in Salzburg an, wo sich die beiden wieder trafen und wo sie auch für einige Zeit wohnten. Er fand auch dort Arbeit als Zimmermann bei einer Firma, die im Brückenbau tätig war. In Salzburg wurde auch ihr erster Sohn, Reinhard, geboren.

Als sich in 1950 die Gelegenheit bot, nach Amerika auszuwandern, nahm die Familie Schuster gerne das Angebot an. Sie ließen sich in St. Louis nieder und begannen, sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Durch Zufall fand er wieder Arbeit bei einer Firma, die im Brückenbau tätig war. Die Firma trug sogar seinen Namen, doch war er mit den Besitzern nicht verwandt. In St. Louis wurde dann auch ihr zweiter Sohn, Ernest, geboren.

Sein grenzenloser Fleiß, seine Genauigkeit und Intelligenz waren nicht zu übersehen und wurden schließlich auch anerkannt, als er bei der Firma Schuster & Schuster zum Bauführer befördert wurde. Dort leitete er, unter anderem, auch den Bau der Bayless Bridge über den Gravois Creek in South County.

Abgesehen von Familie und Arbeit galt sein regstes Interesse der Erhaltung des Deutschtums. Er hatte in seiner Jugend gesehen, wie leicht zerbrechlich doch das kulturhistorische Erbe einer Volksgruppe sein kann, wenn man ständig unter politischem oder wirtschaftlichem Druck steht und wenn man sich nicht dauernd um seine Erhaltung bemüht. Die Vielzahl der verschiedenen Gruppen des Deutschen Kulturvereines und das rege Vereinsleben sind heute noch Zeugen jener Bemühung.

Nachdem der Grundstein für die neue Vereinshalle gelegt war und der Bau begann, hielt er die Zügel der Baustelle mit fester Hand. Er kümmerte sich um jede Einzelheit und nichts geschah ohne sein Gutachten. Er war jeden Tag auf der Baustelle, oft auch bis spät in die Nacht, und er las so manchem Unternehmer oder Zulieferer die Leviten, wenn Arbeit oder Produkte nicht seinen Normen entsprachen.

Bei der Einweihung der neuen Vereinshalle im Dezember 1982, dankte er den vielen, die beim Bau mitgeholfen hatten. Vieles wurde geschafft, sagte er, aber vieles war auch noch zu tun. In 1988 wurde schließlich die dritte Phase der Bauarbeit beendet, welche die Halle und das dazugehörende Land auf den heutigen Stand brachte. Und Peter Schuster war noch immer an führender Stelle.

In seinen 33 Jahren als Mitglied des Deutschen Kulturvereines war bzw. ist er:


Und so wollen auch wir uns bei dem Mann bedanken, der so viel schaffte und immer nur anderen dankte. Mr. Schuster ... Vetter Peter ... you really made a difference. Thank you!


Background information provided by: Frau Theresa Wagner, Roland Thalheimer, Sepp Neulinger.
Written by: Nikolaus Messmer.

Reprinted from the March 97 issue of the DKV-Newsletter, volume 7.1



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